Der Wehrbachschluchtweg bei Iphofen
Der zwölf Kilometer lange Wehrbachschluchtweg am Fuße des Schwanbergs ist vor allem im beginnenden Frühjahr ein lohnendes Ausflugsziel: Dann ist der Waldboden flächendeckend mit Bärlauch überwuchert. Am Wegesrand erfährt der Wanderer Wissenswertes über eine typische Form der Waldbewirtschaftung.

Die Bildeiche an der Straße zwischen Iphofen und Birklingen ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen am Schwanberg. Direkt am Waldparkplatz steht eine große Übersichtskarte, auf der am rechten Rand sämtliche Wanderwege mit Längenangaben und Symbolen beschrieben werden. Bevor wir uns für einen der Wege entscheiden, möchten wir gerne auf der Karte nachschauen, wohin uns diese Wege führen; doch das gelingt leider nicht, denn die Kartenansicht entpuppt sich als unübersichtliches Kuddelmuddel von Symbolen, schraffierten und gepunkteten Linien. In diesem Durcheinander lassen sich die einzelnen Wanderrouten höchstens erahnen.
Wir wählen schließlich einen der längsten Wege aus: den zwölf Kilometer langen Wehrbachschluchtweg. Ausgangspunkt für diese Strecke ist laut Beschreibung der Parkplatz am Ringsbühl; die Bezeichnung “Ringsbühl” haben wir auf der Karte allerdings vergebens gesucht, und so laufen wir einfach vom Waldparkplatz an der Bildeiche los – schließlich handelt es sich beim Wehrbachschluchtweg um einen Rundkurs.
Wissenswertes über den Mittelwald

Von der Bildeiche aus führt die Strecke zunächst über einen sumpfigen Feldweg in den Wald hinein; danach verläuft der zwölf Kilometer lange Wehrbachschluchtweg überwiegend auf gepflegten Forstwegen, die mit ihren mäßigen Steigungen leicht begehbar sind und das Wandern zum Vergnügen machen. Im Bereich der Bibart-Quelle läuft man an einem idyllischen Waldsee vorbei. Dort und auch an anderen Stellen der Route stehen Hinweistafeln, die über den Mittelwald informieren. Der über 2.000 Hektar große Iphöfer Stadtwald ist bekannt für diese Form der Waldbewirtschaftung. Dabei wird das Oberholz mit altem Baumbestand geschont; das Unterholz dagegen wird in einem Turnus von rund 30 Jahren eingeschlagen und als Brennholz genutzt. Die Mittelwald-Bewirtschaftung wird vor allem in den Abschnitten gepflegt, in denen es noch private Holzrechte gibt.
Vom Waldsee aus führt die Route Richtung Schwanberg – mit mäßigem Aufstieg – und anschließend durch die Wehrbachschlucht zurück zum Parkplatz an der Bildeiche. Für die zwölf Kilometer lange Strecke haben wir ziemlich genau drei Stunden benötigt. Die Beschilderung ist zufriedenstellend; an manchen Abzweigungen hätten wir uns zusätzliche Markierungen gewünscht. Fazit: Schön war’s, hier laufen wir gerne wieder – und nehmen bei unserer nächsten Wanderung auch ein Körbchen zum Bärlauchsammeln mit.
Der Wehrbachschluchtweg ist gut begehbar; dennoch sollte man auf festes Schuhwerk nicht verzichten, denn vor allem im Bereich der Bildeiche waren die Wege an unserem Wandertag im April 2011 sehr feucht.